Kunsttherapeutische Konzepte
Neben der wissenschaftlichen und sozialpolitischen Auseinandersetzung mit den Themen Gesundheit, Krankheit und Behinderung interessieren mich kreative Verfahren, die die Selbstwahrnehmung unterstützen, wenn sie durch eine schwere Erkrankung und die funktionalistische Wahrnehmung des Menschen in der modernen Medizin aus der Balance geraten ist.
Ich entwickelte zwei kunsttherapeutische Interaktionskonzepte: Bodypainting - Eine neue Form des patientenzentrierten Dialogs und
Kopfanmalen bei Epilepsie.
2010 habe ich mich zur Kunst-/Kreativitätstherapeutin fortgebildet und 2011 eine Ausbildung zur Klangtherapeutin gemacht.


Bodypainting - Eine neue Form des patientenzentrierten Dialogs
In meiner wissenschaftlichen Arbeit ging es um die Erkrankung Brustkrebs. Nach einiger Zeit merkte ich allerdings, dass ich mich nicht gänzlich auf die sachliche Auseinandersetzung beschränken konnte, sondern meine Arbeit mich auch emotional tief berührte. Besonders wurde mir das funktionalistische Körperbild der modernen Medizin und dessen Einfluss auf die Patientin deutlich. Während des Diagnose- und Behandlungsprozesses wird bei den Frauen, die meist durch ihre Biografie bereits ein funktionalistisches Körperbild erworben haben, dieses weiterhin verstärkt. Und auch die Frauen, die ihren Körper sonst ganzheitlicher wahrnehmen, geraten in dieses Denkschema, das sensiblere Formen der Körperwahrnehmung verhindert. In meinen Gesprächen mit an Brustkrebs erkrankten Frauen brachten einige dennoch das Bedürfnis zum Ausdruck, sich
kreativ mit ihrem Körper auseinander zu setzen, um ihre Gefühle wieder zu entdecken. Dadurch entstanden Kontakte, die zu meiner Methode des Bodypaintings führten.
Dieses interaktive kunsttherapeutische Konzept habe ich auch im Rahmen meiner Dozententätigkeit an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin im Studiengang „Biographisches und Kreatives Schreiben” in meine Lehrveranstaltung „Gesundheit und Krankheit” integriert (siehe auch Interview in „pt_Zeitschrift für Physiotherapeuten”, Nr. 61, 12/2009, das Sie hier lesen können).
Das Konzept des patientenzentrierten Dialogs wurde 2001 mit dem Oskar-Kuhn-Preis der „Bleib Gesund Stiftung“ ausgezeichnet und erhielt 2002 von der Alice-Salomon-Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Berlin (ASFH) den ersten Preis der Auslobung „Es ist normal, verschieden zu sein”.
Die Fotos des Bodypaintingkonzepts sind Teil zweier Wanderausstellungen, die seit etlichen Jahren in Deutschland und einigen benachbarten Ländern gezeigt werden. Bei Interesse können Sie hier eine Ausstellungsliste als
PDF-Datei (2 Seiten, ca. 73 KB; siehe
INFO-Box rechts oben) herunter laden.
Kopfanmalen bei Epilepsie
(gemeinsam mit Gerd Heinen)
Auch Menschen, die an einer Epilepsie erkranken, sind einer funktionalistischen und defizitorientierten Denkensart ausgesetzt. Die
Deutsche Epilepsievereinigung veranstaltete 2000 ein Seminar, das vom Psychotherapeuten Gerd Heinen geleitet wurde. Ein Bestandteil dieses Seminars war die künstlerische Auseinandersetzung mit den guten und schlechten Gefühlen, die mit der Erkrankung verbunden sein können.
Hier sehen Sie die Seiten des von uns erstellten Booklets (Klicken Sie auf die Bilder, um sie zu vergrößern; die
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